30. Chorabend 2011

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30. Jubiläums-Chorabend vom Schwaben Bräu Singchor

Am 9. April war wieder einmal die Österfeld Festhalle kulturelles Zentrum von Vaihingen, denn der Schwaben Bräu Singchor hatte zum
30. Chorabend geladen und hatte – wie in allen Jahren zuvor – ein vollbesetztes Haus.

Es begann schon morgens mit dem bestuhlen und dekorieren der Halle, den Sängerfrauen oblag das putzen der Tische und spülen der Teller und Gläser, während die Sänger selbst für die Blumen und Bühnendekoration sorgten. Podeste mussten aufgebaut werden und die (immer noch sehr mangelhafte) Übertragungsanlage wurde eingestellt.

Pünktlich 17,30 Uhr begann der Schwaben Bräu Singchor, dirigiert von Marianne Schauer, mit dem Lied „Füllt mit Schalle“ von Cristoph Willibald Gluck. Nach der Begrüßung durch Vorstandsprecher Günther Harsch zeigte der Chor, was er in den vergangenen 30 Jahren an den Chorabenden gesungen hatte. Es war eine sehr spannende Auswahl an Liedern, die es in dieser Zusammenstellung noch nie gegeben hatte. Im ersten Block ging es mit Liedern rund um das Bier, wobei drei Lieder an den ersten Dirigenten des Chores Prof. Walther Schneider erinnerten. Er zeichnete bei „Musik erfüllt die Welt“ für Text und Satz verantwortlich, bei „Lob des Bieres“ für den Satz und bei „Ein Schwaben Bräu, das macht den Durst erst schön“ für die Bearbeitung.
Wenn schon Jubiläum, dann richtig. Als Gäste waren das Belcanto Quintett geladen, fünf Vollblutmusiker aus der Region, die bei ihrem ersten Auftritt ein italienisches Medley sangen, welches Frauen und Wein, sowie die italienischen Nächte zum Thema hatte. Das Quintett gliedert sich auf in Peter Besch und Wolfgang Isenhardt im Tenor, Ulrich Wand im Bariton und Helmut Kühnle im Bass, am Flügel begleitet von Michael Kuhn, der auch den Chor an verschiedenen Stellen unterstützte und begleitete.
Im zweiten Auftritt des Chores wurde es international. Das dalmatinische Volkslied „Kad si bila mala, mare“ wurde ebenso wie das Graubündner Abendlied „Dorma bain“ in Originalsprache gesungen. Darauf folgte ein Zyklus aus der „Fiesta Brasiliana“ in einem Arrangement von Otto Groll.
Nun war wieder das Belcanto Quintett an der Reihe und auch da wurde es international. „Das Kosakenliedchen“ entführte nach Russland, bei „Only you“ ging es nach Amerika um mit dem Lied “Wenn die Sonja russisch tanzt“ wieder in Russland zu verweilen. Sehr schön war die passende Kleidung zu den Liedern und auch die heimlich getrunkene Flasche „Vodka“ des Kutschers durfte nicht fehlen.
Teil drei des Chores entführte in das Reich der Operette. „Wir hören Walter Kollo“ erinnerte an das alte Berlin, „im Weißen Röss´l“ war man in Österreich und bei der „Maske in Blau“ sah man etliche Zuschauer mitsingen.
In ihrem Teil drei bot das Belcanto Quintett eine perfekte Imitation der Comedian Harmonists mit den Liedern „Ich hab für dich nen Blumentopf bestellt“ gefolgt vom „Maskenball im Gänsestall“ um letztlich beim „Onkel Mumba aus Calumba“ zu landen.
Im Teil vier zeigte der Schwaben Bräu Singchor, dass er nicht nur leichte Lieder, sondern auch anspruchsvolle Literatur singen kann. (Zu Schweigen von den dazugehörigen Proben). „Schäfers Sonntagslied“ und „Sanctus“ von Friedrich Silcher erheilten vom fachkundigen Publikum frenetischen Beifall, der „Abschied vom Meer“ und „Plaisir d´amour“ und „Sing mit mir“ zeigten in die Ferne und beim „Abschied des Handwerksgesellen“ marschierten die Sänger mit den Worten „Ade du liebes Städtchen“ winkend von der Bühne und bildeten dann links und rechts im Saal die Kulisse für den Soloauftritt der beiden Belcantos Kühnle und Isenhardt bei dem Lied “Ohne Freunde, ohne Wein“ das dadurch eine Stereo Wirkung bekam.
Großen Dank gab es für die musikalische Leitung durch Frau Marianne Schauer, die hervorragende Begleitung am Flügel durch Michael Kuhn und das dezente Schlagzeugspiel von Christian Schmidt.
In Windeseile wurden nun die Gäste von den Sängern mit Maultaschen mit Kartoffelsalat bewirtet, an den beiden Getränkeausgaben wurden Biere und alkoholfreie Getränke ausgegeben und an vielen Stellen wurde über das gebotene Programm diskutiert. Mit Lob wurde nicht gespart und klar wurde, dass das der beste Chorabend der letzten dreißig Jahre war.
Nachdem die Teller leer waren und abgeräumt wurden, versammelte sich der Chor erneut auf der Bühne, um mit Liedern aus dem Repertoire nochmals für Unterhaltung zu sorgen. Gegen 22 Uhr leerte sich der Saal und es konnte mit dem Aufräumen begonnen werden.
Es bleibt Dank an alle Helfer und Funktionäre zu sagen, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, ein solches Fest zu stemmen. Dieser Chorabend wird sicher einen großen Stellenwert im Archiv des Chores einnehmen, es wird ganz bestimmt schwer werden, ein solches Ereignis auch nur annähernd zu wiederholen oder gar zu toppen. Aber das ist auch nicht nötig.